Akku Reparatur

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rinzenprolle
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 16.03.2014 12:47

Na klar, ich werde einen Fahr-und Reichweitenbericht hier posten.
BTW: meinen Segway nenne ich nicht Spielkonsole sonder Spielmobil. Aber die Rechtschreibkorrektur war wohl anderer Ansicht!

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rinzenprolle
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 20.03.2014 12:21

So, ich komme grade vom Akkuman und habe meine beiden generalüberholten Akku's abgeholt. Erst mal einreicht herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter, sie haben mir alle Fragen die ich hatte zu meiner Zufriedenheit beantwortet und haben richtig Gas gegeben. Eigentlich sollten die Akku's erst Anfang April fertig werden. Zum Glück wurde es eine Punktlandung zum Frühlingsanfang!
Die Akku's sehen sauber verarbeitet aus und wurden vom Segway sofort akzeptiert. Laut Key waren sie voll geladen, ich habe den Segway aber dennoch erst mal an die Steckdose gehängt. Heute Nachmittag werde ich eine Ausfahrt machen, den Frühling begrüßen und testen wie es sich mit fast neuen Akku's so fährt.
Es grüßt,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur (warum "fast" neu ?)

Beitragvon 81739-seg » 20.03.2014 12:35

rinzenprolle hat geschrieben: Heute Nachmittag werde ich eine Ausfahrt machen, den Frühling begrüßen und testen wie es sich mit fast neuen Akku's so fährt.


Warum "fast" neue Akku's? Sind die Zellen nicht absolut neu und deswegen mit einem neuen Akku aus Deggendorf gleich zu setzen?
Sollen ja sogar (geringfügig) höhere Kapazität haben.

Wir sind gespannt auf den Testbericht.
Gruß 81739-seg (aus der strahlenden Sonne)

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon galaxy » 20.03.2014 14:28

Vielleich meint er das das Gehäuse nicht neu ist. Ist dann ja fast ne :D
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 20.03.2014 17:15

Genau, das Gehäuse und die Elektronik sind ja noch alt. Aber das sollte ja kaum Einfluss auf die Reichweite haben.

Den ersten Fahrbericht kann ich kurz so zusammenfassen: 14,4km und danach war Schluss! Ich hätte den Segway doch länger laden sollen. Aber die Anzeige am Key hat mir vorgegaukelt, dass der Akku voll sei. Erst später ist mir eingefallen, dass ich mit den alten, defekten Akku's erst vor zwei Wochen eine Kalibrierung gemacht hatte. Somit ist ja klar, warum am Key "voll" angezeigt wurde.

Ich nutze die leeren Akku's jetzt gleich für eine neue Kalibrierung und werde, je nach Wetter, am Wochenende einen neuen Versuch starten.

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 20.03.2014 17:29

Ja jetzt erst mal voll Laden, dann fast leer fahren. Danach die Maschine eingeschaltet an die Wand stellen, bis diese abstellt. Danach min. 10h laden. Bei neuen Zellen dauert das balancen noch länger.
Die volle Kapazität der Batterien könnt ihr erst nach 10-15 Zyklen erwarten. Ich würde dann nach 20mal laden/entladen gleich nochmals kalibrieren...
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 21.03.2014 08:39

Hallo Mathiegi

Vielen Dank für deinen Hinweis. Ich befürchte aber, dass bei meinem Segway noch irgend etwas anderes defekt ist. Aber der Reihe nach.

Nachdem ich gestern die erst Testfahrt aufgrund der nicht voll geladenen Akku's nach 14,4 km beenden musste, habe ich den Segway über Nacht voll geladen. Heute Morgen bin ich bei frühlingshaften 12° an die Arbeit gefahren und schon nach drei Kilometern kam die Ernüchterung, der erste Strich der Akkusanzeige war weg. Von da an verschwand alle zwei Kilometer ein weiterer Strich. Nach 13,5km bin ich mit nur noch zwei Strichen an der Arbeit angekommen. Zum Glück kann ich hier nachladen, sonst müsste ich nach hause schieben :-(

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Akku's sich nach den nächsten Lade- Entladezyklen noch so sehr steigern, dass ich auf die erhofften 35-40km Reichweite komme. Kann es möglich sein, dass eine weitere Komponente des Segway einen defekt hat und die Akku's entweder nicht richtig geladen werden oder der Akustand falsch ermittelt wird?

Gruß vom enttäuschten Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 21.03.2014 10:08

Hallo Rinzenprolle

doch, das ist absolut so.
Dies hatte ich bei meinen Rebuilds auch.

Die Ladestandsanzeige ermittelt der Akku einzig und alleine selbst, und meldet die Balken an die Base. Der tiefere der beiden Akkustände wird auf dem InfoKey dargestellt.

Durch einen Zellenwechsel, häufiges flaches Entladen oder überwintern am Strom, kann die Anzeige des Ladestandes abdriften. Dann muss der Akku neu kalibiert werden.


Hier ein Beispiel meiner rebuildeten Akkus:

Im 3. grünen Feld (Ladeanzeige Key) siehst du den Ladezustand welcher der Akku der Base meldet. Die Darstellung ist als Flussdiagramm, d.h. oben ist der Beginn der virtuellen Fahrt mit 8 Strichen, dann wird über 2-3h mit einer gleichbleibenden Last entladen und die Anzeige immer nach unten aufgetragen. Bereits im erstern Drittel fällt die Anzeige auf 2 Striche zurück, bleibt dann aber dafür sehr lange auf 2 Strichen.
20140303-Howell-1Mess.jpg


Hier der selbe Akku nach 2 Zyklen (Entladung bis die Base abschaltet und erneut voll laden)
Die Balken sind nun viel gleichmässiger verteilt. Ganz linear sind diese jedoch nie. Auch die Kapazität wächst bei neuen Akkus stetig über die ersten 10-20 Zyklen, da diese chemisch erst richtig aktiviert werden.

20140303-Howell.jpg
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 21.03.2014 10:47

Das lässt mich wieder Hoffnung schöpfen! Ich hatte schon die Befürchtung, dass noch irgend ein Bauteil defekt ist und meine alten Akku's nicht die alleinige Ursache für die nachlassende Laufleistung sind.
Ich werde jetzt, je nach Wetterlage, den Segway so viel wie möglich fahren und dann die Ergebnisse melden.

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 21.03.2014 10:54

ja genau, wobei es besser ist ihn nich bis zum abschalten zu fahren, sondern am Schluss einfach an die Wand gestellt stehen lassen...
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 23.03.2014 08:10

Guten Morgen

Nachdem die erste Panik verflogen ist bin ich jetzt (teilweise) beruhigt. Ich habe mit den neuen Zellen vier Touren gemacht, die ersten drei waren jeweils nach ca. 14km zu Ende :-(
Die vierte Tour fand gestern bei ca. 8° Aussentemperatur statt. Anfangs war alles wie immer, schon nach 1,8km verschwand der erste Strich der Akkuanzeige, danach alle 1-1,5km ein weiterer Strich. Bei 10km hatte ich noch zwei Striche auf der Anzeige. Ich habe mich entschieden, in Wohnortnähe meine Runden zu drehen um zu prüfen, wie lange der Akku durchhält.
Den von Mathiegi beschriebenen Effekt kann ich bestätigen. Mit den letzten beiden Strichen der Akkuanzeige bin ich noch weitere neun km gefahren, mit dem letzten Strich noch mal 1,5km. Anschliessend habe ich den Segway eingeschaltet an die Wand gelehnt um den Akku komplett zu entleeren. Nach vier Stunden lief der Segway immer noch, ich bin dann ins Bett und weiss nicht, wie lange er noch eingeschaltet war. Heute Morgen war er aus und ich habe begonnen ihn zu laden.

Ich hoffe dass ich nach den nächsten Entlade- /Ladezyklen tatsächlich die von mir erhoffte Reichweite von 35-40km erreiche. 20km ist ja schon mal ein Anfang, ausserdem muß man die niedrige Temperatur und meine grobstollige Bereifung berücksichtigen.

Eine Frage habe ich aber dennoch. Hat jemand Erfahrungswerte, wieviel Energie der Segway verbraucht, wenn er eingeschaltet an der Wand gelehnt läuft? kann man grob abschätzen, wieviel km man pro Stunde "an der Wand lehnen" hätte fahren können?

Viele Grüße aus Kassel
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 24.03.2014 01:33

rinzenprolle hat geschrieben:Hat jemand Erfahrungswerte, wieviel Energie der Segway verbraucht, wenn er eingeschaltet an der Wand gelehnt läuft? Kann man grob abschätzen, wieviel km man pro Stunde "an der Wand lehnen" hätte fahren können?

Das ist leicht möglich: Nach meinen bisherigen Messungen (welche bei Bedarf allerdings präzisiert werden können) fließt beim "im Balancemodus an die Wand lehnen" aus jedem der beiden Akkus ein Laststrom von 0,24A bei 73,6V U_nenn. Dies sind in 60Min. rund 17,66Wh/Akku und 35,32Wh gesamt. Ausgehend davon, dass ein Fahrer mit etwa 90kg auf ebener Strecke bei moderaten Windverhältnissen und > 10°C Außentemperatur sowie einem Reifendruck > 1bar ca. 24Wh/km verbrauchen wird, würde dies im Kontext der Fragestellung bedeuten, dass eine Stunde "an die Wand lehnen" etwa 1,5km Wegstrecke entsprechen würde.
Variationen in den Parametern (Gesamtgewicht, Reifendruck, Temperatur, etc.) würden diesen zunächst theoretischen Wert (1,5km/Kalibrierungsstunde) natürlich entsprechend beeinflussen.
Je genauer dies bewertet UND dokumentiert wird, desto geringer sind die Fehler im direkten Vergleich bei einem bestimmten Anwendungsfall (Fahrer & Segway mit Akkusituation vorher/nachher) sowie der versch. Anwender untereinander.
Vorschlag: Um Fehlerquellen zu minimieren und die Akkus untereinander besser vergleichbar zu machen, sollten die "Akku-Testfahrer" regelmäßig folgende Werte notieren und im Forum kommunizieren:

- Fahrergewicht
- Fahrzeuggewicht
- Beschaffenheit der Teststrecke
- Außentemperatur / Windgeschwindigkeit
- Akku-Ladestand / Akku-Klemmenspannung
- Reifenart / Reifendruck
- Bekannte Einschränkungen / Fahrzeugmängel
- Anlaß der Testfahrt

Jedem "Testfahrer" sollte dabei klar sein, wie eine reproduzierbare Testfahrt abzulaufen hat und welche Fahrsituation den Verbrauch beeinflußt. Häufiges und extremes Beschleunigen / Abbremsen reduziert die erzielbare Reichweite, ebenso wie permanente Fahrt im Speedlimiter bei 20 km/h (besser wären hier 18 km/h bzw. Fahrt kurz vor Einsetzen Speedlimiter).
Um bei diesem Reichweitenvergleich für alle Anwender einen möglichst hohen Nutzen zu erlangen, hatte ich mir vor einiger Zeit folgendes Verfahren ausgedacht: Fast jeder hat in seinem Umfeld einen Sportplatz mit einer (genormten) 400m-Aschenbahn. Hier sollte der Reichweitentest stattfinden, wobei die Runden natürlich genau mitgezählt werden müssen. Bei präziser Dokumentation der o.g. Parameter könnten die jeweiligen Ergebnisse zwecks Vergleichbarkeit leicht auf andere Anwender (Akkus) transformiert werden.

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 24.03.2014 07:39

Theoretisch coole Idee, aber willst du echt 40km auf dem Sportplatz kreisen?
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 24.03.2014 10:32

mathiegi hat geschrieben:Theoretisch coole Idee, aber willst du echt 40km auf dem Sportplatz kreisen?

Och, da findet sich doch im Umfeld sicher 'nen Freiwilliger; oder?

Ernsthaft: Wichtig ist doch, dass die "Teststrecke" eben und die Länge bekannt ist - was bei JEDER 400m-Aschenbahn der Fall ist. Und die Verfügbarkeit ist i.d.R. auch gegeben.
Es macht doch keinen Sinn hier über technische Details wie Energieverbrauch und Reichweitenermittlung zu fabulieren, wenn die Vorgehensweise zur Ermittlung dieser Werte völlig vage ist.

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 24.03.2014 10:50

um eben diese 100 Unbekannten wie, Gewicht, Temp, Wind, Fahrstil, Reifendruck, Reifenumfang..... auszuschliessen haben Robert und ich die Stromsenke entwickelt.
Welche reproduzierbar, immer den selben konstanten Strom fliessen lässt, egal wie hoch die Spannung ist. Dazu wird der Status des Akkus regelmässig ausgelesen um zu sehen, wann der Base von Akku aus eine Sicherheitsabschaltung diktiert wird.
Die Kunstlast entläd konstant mit einem mittleren, reelen Strom, wie im Fahrtbetrieb üblich.

Mit dem anlehnen des laufenden Segways an die Wand, zieht man viel zuwenig Strom, dies ist jedoch sinnvoll um die Akkuanzeige zu kalibieren, da er wirklich bis zu Entladeschluss geht und dies sehr sanft.
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 24.03.2014 10:54

Hallo SegFenn & Mathiegi

Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Das würde in meinem Fall bedeuten, dass zu den 20 gefahrenen Kilometern noch ca. 6 hinzu kämen (1h ~1,5km). Macht zusammen 26km. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kapazität der Akkus sich bei den nächsten Entladezyklen soweit steigert, dass ich (unter Idealbedingungen) 38-40km fahren könnte.

Der von Mathiegi beschriebene Effekt, dass die Akkuanzeige den aktuellen Ladezustand nicht richtig anzeigt, habe ich auch und kann ich noch nachvollziehen. Aber bei den beiden Diagrammen, die Mathiegi gepostet hat, ist zwar die Akkuanzeige verändert aber die Kapazität der Zellen ist bei beiden Messungen (fast) gleich.

Meine Vermutung ist daher, dass eine meiner Zellen nicht richtig geladen wird und daher die Laufleistung so gering ist.

Ich werde heute versuchen, nachdem die Akku's wieder voll aufgeladen sind, die Spannung der Akku's unter Last zu messen um zu sehen, ob beide tatsächlich gleich geladen wurden.

Gruß,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 24.03.2014 10:58

mathiegi hat geschrieben:um eben diese 100 Unbekannten wie, Gewicht, Temp, Wind, Fahrstil..... auszuschliessen haben Robert und ich die Stromsenke entwickelt.
Welche reproduzierbar, immer den selben konstanten Strom fliessen lässt, egal wie hoch die Spannung ist.

Klingt sehr interessant.
Wie hoch ist denn dieser Konstantstrom und bis zu welcher Entladeschlußgrenze laßt ihr diesen Strom fließen?

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 24.03.2014 11:19

rinzenprolle hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kapazität der Akkus sich bei den nächsten Entladezyklen soweit steigert, dass ich (unter Idealbedingungen) 38-40km fahren könnte.

Konntest Du denn vorher mit den Orig.-Akkus 35-37km fahren?

rinzenprolle hat geschrieben:Der von Mathiegi beschriebene Effekt, dass die Akkuanzeige den aktuellen Ladezustand nicht richtig anzeigt, habe ich auch und kann ich noch nachvollziehen. Aber bei den beiden Diagrammen, die Mathiegi gepostet hat, ist zwar die Akkuanzeige verändert aber die Kapazität der Zellen ist bei beiden Messungen (fast) gleich.

Die Akkuanzeige im Display spielt für die tatsächlich erreichbare Reichweite keine Rolle! Kann jeder selbst überprüfen, der seine Akkus mit einem 80V-Netzteil extern auflädt (max. 1A, Obacht: Zellen werden nicht balanciert!): Im Display werden dann für den Ladezustand KEINE Symbole angezeigt, dennoch fährt der Seg. bis zum Erreichen der Unterspannung (edit: Nicht zur Nachahmung empfohlen!).

rinzenprolle hat geschrieben:Ich werde heute versuchen, nachdem die Akku's wieder voll aufgeladen sind, die Spannung der Akku's unter Last zu messen um zu sehen, ob beide tatsächlich gleich geladen wurden.

Achtung: Gefahr! Denk an die hohe Spannung, die nicht ungefährlich ist!
Wenn Du allerdings technisch fit bist, kannst Du auf diese Weise den ungefähren Innenwiderstand Deiner Akkus bestimmen. Ich nutze dafür eine handelsübliche 2kW-Herdplatte (wie diese in jedem E-Herd verfügbar ist - hat also bereits fast jeder bei sich zuhause!) und einen 10A-Sicherungsautomaten, welcher gleichfalls als Lastschalter fungiert. Der Messstrom sollte 5A nicht übersteigen, mindestens ein hochwertiges Messinstrument mit einer Grundgenauigkeit von 0,1% setze ich dabei voraus (kosten ab 100€)...

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 24.03.2014 13:25

"Kann jeder selbst überprüfen, der seine Akkus mit einem 80V-Netzteil extern auflädt (max. 1A, Obacht: Zellen werden nicht balanciert!): Im Display werden dann für den Ladezustand KEINE Symbole angezeigt, dennoch fährt der Seg. bis zum Erreichen der Unterspannung."

Uiii, SegFenn bitte mach das nur wenn ein Akku zutief entladen wurde und nur soweit bis er am orig. Lader erkannt wird.
Ohne Balancer werden einzelne Zellengruppen viel zu hoch geladen und nehmen dadurch schnell Schaden!
Bitte macht das lieber nicht zu hause nach.


Unsere Stromsenke zieht konstant 2A/Akku.
Der Entladeschluss kann definiert werden. Dass ältere Akkus nicht Probleme bereiten, gehen wir normal nur bis 58V runter. Für eine Kalibration können wir den Wert stufenlos auch bis auf 50V runter regeln.
ss.jpg
ss.jpg (72.21 KiB) 7361 mal betrachtet

Bei älteren Akku wird aber oft von BMS viel früher ein Statuserror an die Base gesendet (dieser Status werten wir aus und beenden die Messung um nur die reele am Segway nutzbare Kapazität zu ermitteln).
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 24.03.2014 13:30

Konntest Du denn vorher mit den Orig.-Akkus 35-37km fahren?


Ja, als sie noch fast neu waren konnte ich bis zu 32km fahren. Da ich den Segway gebraucht gekauft hatte, ist mir nicht bekannt, ob am Anfang noch mehr möglich war. In den letzten drei Jahren sind pro Winter 5-6km "verloren" gegangen. Das war auch der Grund, warum ich mich entschieden habe, die Zellen der Akku's tauschen zu lassen.

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 24.03.2014 15:57

mathiegi hat geschrieben:Uiii, SegFenn bitte mach das nur wenn ein Akku zutief entladen wurde und nur soweit bis er am orig. Lader erkennt wird.
Ohne Balancer werden einzelne Zellengruppen viel zu hoch geladen und nehmen dadurch schnell Schaden!
Bitte macht das lieber nicht zu hause nach.

Der Hinweis ist berechtigt. Derartige Versuche sollten wirklich nicht an neuen Akkus durchgeführt werden und auch nur von Fachleuten, die eine präzise Vorstellung von dem haben, was sie dort zu tun gedenken.
In meinem Fall hatte ich einen alten Akku verwendet und die Zellen beim Ladevorgang einzeln überwacht - Überladung ausgeschlossen.

mathiegi hat geschrieben:Bei älteren Akku wird aber oft von BMS viel früher ein Statuserror an die Base gesendet (diesen Status werten wir aus und beenden die Messung um nur reele am Segway nutzbare Kapazität zu ermitteln).

Sehr interessant, dann wertet ihr dazu eine der 5 dünneren Leitungen aus; richtig? Wird der Error in Form eines Spannungswertes übertragen etwa 12V= OK, 0V= Error?

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 24.03.2014 17:48

Nein es handelt sich um einen BUS wo wir ja alle Zellenzustände, die Temp.-Werte usw auslesen können.
Also alles im unteren Teil des Protokolls.

Ja wenn du den Akku offen hast und die einzelnen Spannungen überwachst, kann man natürlich gezielt Zellengruppen laden.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 24.03.2014 19:06

mathiegi hat geschrieben:Nein es handelt sich um einen BUS wo wir ja alle Zellenzustände, die Temp.-Werte usw auslesen können. Also alles im unteren Teil des Protokolls.

OK, demnach "simuliert" ihr mit eurem Testgerät die Base. Das Testgerät sendet also auf dem BUS an die Akku-Elektronik einen digitalen Code und die Akku-Elektronik "antwortet" darauf mit dem Statusbyte, der Temperatur usw., weil es das Testgerät für die Base hält... Habe ich das jetzt richtig verstanden?

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 24.03.2014 19:52

Ja genau, so in etwas geht das.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon Segfuchs » 28.03.2014 19:00

Hallo Rinzenprolle,
bist Du mit Deinen Messungen der neuen Akkus weitergekommen und vor allem: Hast Du nochmal einen Reichweitentest gemacht? Das Wetter ist dafür ja super geeignet :-)
Happy Gliding
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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 30.03.2014 08:36

bist Du mit Deinen Messungen der neuen Akkus weitergekommen und vor allem: Hast Du nochmal einen Reichweitentest gemacht? Das Wetter ist dafür ja super geeignet :-)
Happy Gliding


Ich hatte in den letzten Tagen etwas weniger Zeit, dafür konnte ich gestern das schöne Wetter für eine Testfahrt nutzen. Leider ist das Ergebnis besch....

Insgesamt bin ich mit den erneuerten Zellen jetzt sieben mal gefahren, die ersten drei Fahrten endeten vorzeitig bei 12-14 km, da ich 1.) noch nicht wusste, dass die Akkuanzeige nicht annähernd linear verläuft und 2.) da ich für die jeweilige Rückfahrt noch "nachtanken" musste.

Die Fahrten 3-7 sind alle nach dem selben Schema abgelaufen. Normal fahren bis noch ein Strich Restkapazität angezeigt wird und danach vorsichtig weiter, bis der Segway die Fahrt beendet. Anschließend habe ich den Segway im Balance-Modus an die Wand gelehnt, bis er sich endgültig abgeschaltet hat. Nach einer Wartezeit von 30Min - 8h habe ich den Segway wieder voll aufgeladen.
Alle vier Fahrten sind von der Laufleistung her identisch. Innerhalb der ersten 10-12km sind die ersten sechs Striche der Akkuanzeige verschwunden, danach konnte ich noch ca. 10km weiterfahren, so dass ich insgesamt auf ca. 20km komme. Fahren kann ich danach nicht mehr, da es nach wenigen Metern sofort zur Notabschaltung kommt. Im Balance-Modus läuft der Segway aber noch ca. 4h.
Die gestrige Fahrt ging über 22,5 km aber das lag wohl eher an der Temperatur (17°) und meiner defensiven Fahrweise.

Die angesprochene Messung der Akkus habe ich angefangen aber aus Zeitmangel nach jeweils einer Stunde wieder eingestellt. Die Akkuspannung hat sich bei beiden Akkus identisch verhalten und ist von 79,3V (ohne Last) auf 78,3V (292 Ohm) nach einer Stunde auf 76,5V gesunken. Soweit ein (denke ich) völlig normales verhalten. Wie gesagt, aus Zeitmangel habe ich die Messungen dann nicht weiter gemacht.

Bei meinen Testfahrten ist mir aufgefallen, dass am Ende bei der Notabschaltung der Fehler C100 angezeigt wurde, nachdem ich die Akkus vorne und hinten getauscht hatte, wurde der Fehler C108 angezeigt. Scheinbar ist einer der beiden Akkus doch etwas schwächer und wird zuerst entleert. Oder die Elekronik im Akku ermittelt die Akkuspannung falsch und es kommt daher zur frühen Abschaltung.

Hat vielleicht noch jemand eine Tip wie ich das überprüfen könnte?

Gruß,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon gtelectronics » 30.03.2014 11:43

Hallo Rinzenprolle,

also alles im allem ein negatives Ergebnis mit den neuen Zellen in Deinen Akkus. Ich danke Dir für Deine ausführliche Beschreibung und es tut mir Leid für Dich, dass Du dafür viel Geld in den Sand gesetzt hast. Ich glaube es waren ca. 650€ pro Akku, oder? ...Und eine Garantie gibt es wahrscheinlich nicht...

Ich bin Touranbieter und werde wohl lieber dann mehr Geld ausgeben für neue Akkus...
Denn wenn meine Segways nur noch 20km schaffen bringt mich das in arge Schwierigkeiten.

Gruß
Thomas

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 30.03.2014 12:06

22.5km ist sehr wenig!

Ich bin gestern mit meinen Howellrebulilds Nutzgewicht ca 110kg mit dem x2 genau 27.5km gefahren.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 30.03.2014 12:19

gtelectronics hat geschrieben:Hallo Rinzenprolle,

also alles im allem ein negatives Ergebnis mit den neuen Zellen in Deinen Akkus. Ich danke Dir für Deine ausführliche Beschreibung und es tut mir Leid für Dich, dass Du dafür viel Geld in den Sand gesetzt hast. Ich glaube es waren ca. 650€ pro Akku, oder? ...Und eine Garantie gibt es wahrscheinlich nicht...

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Gruß
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Ich möchte den Fehler nicht bei den neuen Zellen suchen, das wäre ein bisschen vorschnell. Ausserdem gibt es 6 Monate Garantie auf den Zellentausch, da wäre im Falle eines Falles noch was möglich.
Ich vermute eher, dass der defekt an der Elektronik liegt und suche jetzt jemanden, mit dem ich die Akku's testweise tauschen kann um zu sehen, ob der Fehler sich bei einem anderen Gerät genauso darstellt.
Gruß,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon Roberto » 30.03.2014 22:27

Hallo rinzenprollo

Wie viel km fuhrst Du den früher mit den Segway ? I2? ?
Viel hängt auch vom Reifendruck ab !
Wie viel Bar hast Du den im Reifen ?

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 31.03.2014 07:52

Ja, ich konnte früher längere Strecken fahren. Wie bereits geschrieben, habe ich den Segway gebraucht gekauft, da war er drei Jahre alt. In der Anfangszeit konnte ich noch bis zu 32km fahren. Mit jedem Winter ging etwas Reichweite flöten.

Ich habe gestern die 8. Tour gemacht, wieder nur 21km. Die Akkuanzeige zeigte nur noch einen Strich an und der Segway hat die Geschwindigkeit reduziert.

Anschließend habe ich die Akku's ausgebaut und unter Last (ca. 300 Ohm) folgende Werte ermittelt:

Akku 1
75,3V, Strom 250mA
Akku 2
75,4V, Strom 255mA

Somit schließe ich die Zellen als Fehlerursache aus, denn die Spannung liegt ja noch über der Nennspannung. Kann es sein, dass die im Akku verbaute Elektronik noch irgendwie justiert werden muss? (Ich meine nicht die normale Kalibrierung --> leerfahren und an die Wand lehnen bis zur Abschaltung). Denn scheinbar wird ja trotz ausreichender Spannung der Akku's dem segway gemeldet, dass sie leer seien.

Gruß,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 31.03.2014 08:15

Hallo Rinzenprolle

Ich tippe trotzdem auf einen der Akkus.
Du misst nur die gesammte Spannung, welche noch lange nicht zu Abschaltung in der Base wegen Unterspannung führt. Du weisst somit jedoch nicht wie die Verteilung der Spannung über die Zellen ist.
Wenn nur eine Gruppe etwas zu hoch oder zu tief ist, geht der Akku auf Störung und die Base beendet die Fahrt.

Dies hatte ich zu Beginn bei einen Rebuildakku auch. Eine Gruppe war immer zu tief, beim laden konnten die Balancer die andern 22 Gruppen nicht tief genug halten, somit ging der Akku auf Störung.
Ich konnte das Problem nur lösen, durch eine gezielte Ladung der schwächeren Zellengruppe.
Zum Glück hatte ich das Gehäuse noch offen...

Mit dem SL02 hat man die Möglichkeit von aussen die einzelnen Ladestände der Zellen zu beobachten.

Und ja das BMS kann kalibriert werden, allerdings geht es hier und die Genauigkeit der einzelnen Spannungsermittlungen.
Die ändern aber nur bei Bauteiltausch auf dem Board, nicht bei Zellentausch. Da ist keine Anpassung notwendig.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 31.03.2014 08:44

Hier mal als Beispiel die Korrekturwerte einer Segwaybatterie:
image.jpg
image.jpg

An diesen Werten zu schrauben ist ein Spiel mit dem Feuer.
Man kann der Base zB vortäuschen dass ein Akku mit 51V noch 78V hätte, was bei starker Belastung zu einer sofortigen Abschaltung ohne Sicherheitswarung führen würde, da der Segway die volle Beschleunigung frei gibt.

Glücklicherweise gibt es diese Software nicht einfach bei Aldi/Hofer zu kaufen ;-)
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 31.03.2014 10:18

Nur für mein verständnis, diese Software bezieht die Daten über den Bus direkt aus dem Akku? Ist sie selber entwickelt oder kommt die vom Hersteller?

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 31.03.2014 10:42

Die Software wurde von Asiaten mit enormen Zeitaufwand reverse-engineered...

Sie schreibt und liest die EEPROMS auf den BMS in den Akkus.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon SegFenn » 01.04.2014 10:41

rinzenprolle hat geschrieben:Ich habe gestern die 8. Tour gemacht, wieder nur 21km. Die Akkuanzeige zeigte nur noch einen Strich an und der Segway hat die Geschwindigkeit reduziert.

Anschließend habe ich die Akku's ausgebaut und unter Last (ca. 300 Ohm) folgende Werte ermittelt:

Akku 1
75,3V, Strom 250mA
Akku 2
75,4V, Strom 255mA

Wenn dies die Akku-Summenspannung NACH 21km sein sollte, dann ist diese für einen regulär entleerten Akku viel zu hoch; zudem sind diese offenbar im nahezu perfekten Gleichlauf (was zwar gut ist aber auf den ersten Blick leider ausschließt, dass es ein Problem bei nur EINEM der beiden Akkus gibt).
Bei einem nahezu entleerten Akku würde ich mit 300Ohm-Last eher 70V (und darunter) erwarten.

rinzenprolle hat geschrieben:Somit schließe ich die Zellen als Fehlerursache aus, denn die Spannung liegt ja noch über der Nennspannung.

Hier bist Du im Irrtum! Wie mathiegi bereits schrieb: Es reicht aus wenn UNTER BELASTUNG (Anfahren, Beschleunigen) EINE der 23 (bzw. 46) Zellen an die (kritische) untere Spannungsgrenze (Entladeschlußgrenze) kommt, während alle anderen noch "fast voll" sind. Du würdest in diesem Fall tatsächlich eine hohe Summenspannung messen, obwohl mindestens eine Zelle (bzw. korrekt ein Zellencluster) Marmelade ist und nur eine Teilladung hat.

Ausgehend davon, dass es tatsächlich eine nicht unerhebliche Ladungsdifferenz in den Zellen gibt, scheint es wohl mathiegis Auffassung zu sein, dass das interne BMS aufgrund des relativ geringen Balancerstroms möglicherweise nicht in der Lage ist, diese Differenz zum Ladeschluß auszugleichen. Dieser Einschätzung würde ich mich anschließen. Hieraus resultiert wohl auch die Vorstellung, dass nach 10...20 Entlade-/Ladevorgängen die Reichweite von Rebuild-Akkus noch steigen würde - nicht weil die Kapazität der Zellen zunimmt, sondern weil das BMS erst nach und nach die Ladungsdifferenzen angleichen kann; bis alle Zellen wieder im Gleichlauf sind.

Nur: Dagegen spricht, dass die Zellen gerade erst von einem Akku-Fachmann eingebaut wurden. Ich möchte da zwar nicht ins Detail gehen, jedoch würde ich aufgrund des Arbeitsaufwandes (Akku öffnen, umbauen, verschließen, Fahrtest, etc.) minimalst erwarten, dass der Fachmann mit einem hochohmigen Voltmeter sämtliche 46 Zellen durchmisst und die Spannungswerte protokolliert BEVOR die Zellen verbaut werden.
Dieses Protokoll würde ich mir im ersten Schritt mal zusenden lassen...

Fazit: Beide Akkus sollten an dieses SL02-Testgerät um sowohl den Gleichlauf der einzelnen Zellen wie auch die Gesamtkapazität zu ermitteln! Diese Maßnahme wäre m.E. sogar zwingend erforderlich, wollte man die Qualität dieser vielbeachteten Umbaumaßnahme - hier: Akku-Rebuild mit Originalzellen durch gewerblichen Fachhändler - bestandskräftig nachweisen.
Alternativ bräuchte Rinzenprolle zum Vergleich einen funktionstüchtigen Akkusatz, um Fehler durch den Segway auszuschließen und ggf. den Fehler auf EINEN der beiden Rebuild-Akkus einzugrenzen.

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon mathiegi » 01.04.2014 13:29

Sehr schön formuliert SegFenn, danke!

Die Idee um alles andere auszuschliessen, einfach mal 2 andere Akkus an den Segway zu schrauben, ist wohl die einfachste und würde ich Rinzenprolle auch empfehlen.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 01.04.2014 20:00

Danke für eure Tips. Ich habe Roberto eine PN geschrieben, ob er die Akku's überprüfen kann. Paralell dazu werde ich versuchen, mir eine anderen Akkusatz auszuleihen, um einen Fehler in der Elektronik des Segway auszuschließen.

Sobald ich neue Informationen habe, werde ich sie hier posten.

Gruß,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon rinzenprolle » 06.04.2014 20:42

Gute Abend

Heute habe ich wieder eine Tour gemacht und, welche Freude, bin ganze 28,9 km gefahren. Ich hoffe, dass die Entwicklung so weiter geht und dass nach den nächsten 10 Touren die 40km Marke geknackt wird (hoffentlich jedenfalls)

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sich die Sache weiter entwickelt.

Gruß und einen schönen Abend noch,
Rinzenprolle

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Re: Akku Reparatur

Beitragvon Segfuchs » 07.04.2014 09:14

Hallo Rinzenprolle,
na das lässt doch hoffen :-)
Wenn Du auf 35km (oder darüber kommst), dann werde ich den Akku-Rebuild wohl auch machen. Mit meinen Akkus (von 2009) komme ich in diesem Frühjahr nur noch auf ca. 22km.

Happy Gliding
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