Unfall mit Segway

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Fliegentod
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Fliegentod » 26.10.2016 07:59

stefan: spannend ist, leute, die im begrenzer hänger, wieder einzufangen - ein durchaus nettes training für den guide, wenn er selber auf dem segway ist und quasi nebenher fährt! :-)

Grundi
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 26.10.2016 12:34

Ein großes Lob an das Forum das uns durch die Beiträge zu einer gewissen Erkenntnis geführt hat.
Ausschlaggebend war das Beispiel von SegFenn vom 19.10. dort beschreibt ein Verhalten das sehr extrem aber nachvollziehbar ist. Alle weiteren Beispiele wie ein Stein, Schlagloch, Bodenunebenheit sind für mich in abgeschwächter Form ebenfalls nachvollziehbar. Was aber immer das gleiche ist: ein Rad hat nicht den „gleichen“ Bodenkontakt wie das andere.
Dies habe ich auch mit meiner Frau diskutiert ob es so gewesen sein kann.
Sie kann sich das vorstellen. Auf die Frage was sie jetzt daraus schließt? Sie schließt daraus, dass sie keinen Fehler gemacht hat.
Das gleiche denke ich auch. Es ist eigentlich auszuschließen die Bodenbeschaffenheit so zu beurteilen, daß beide Räder immer den gleichen Bodenkontakt haben.
Was ich nicht verstehe, nehmen wir jetzt wieder das Extrembeispiel von SegFenn, daß das System ein Rad das keinen Bodenkontakt hat zu detektieren und entsprechend darauf zu reagieren.
Wenn es für die Regelung notwendig ist dass beide Räder den „gleichen“ Bodenkontakt haben müssen, dann muss das System dies überprüfen und entsprechend darauf reagieren. Und das nicht der Fahrer überlassen.

Grüße Erich

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 26.10.2016 14:43

Natürlich hat Deine Frau keinen Fehler gemacht.
Schuld ist erstens der Tourenanbieter. Schließlich hat er Euch nicht gesagt das man sich beim Segway fahren aufs Segway fahren konzentrieren sollte.
Zweitens liegt es natürlich an der fehlerhaften Software des Segways.

Und wenn Du mir dem Auto vor einem Baum fährst ist der Hersteller Schuld wenn dir etwas passiert. Schließlich hat man Dich nicht darauf aufmerksam gemacht das Du Dich aufs Auto fahren konzentrieren musst. Und wieso erkennt das blöde Auto den Baum nicht rechtzeitig?

Wenn es nicht so traurig wäre.....

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon mathiegi » 26.10.2016 16:22

Ich schlage vor sofort alle Bäume zu fällen! ;-)
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon spiagei » 26.10.2016 22:19

Es müssen nicht beide Räder den gleichen Bodenkontakt haben. Das Segway hat ESP und den ganzen schmarrn....

Aber richtig ist, wenn du bei einem Rad festen Untergrund hast und bei einem z.B. Matsch und du bist dabei zu schnell, dann verdreht das Segway sich erst mal und wenn man da nicht darauf gefasst ist, stürzt man.

Wobei hier natürlich dann 2 Fahrfehler beganngen wurden.....
1 zu schnell gefahren für das Terrain.
2 war man nicht darauf gefasst.

1 Wenn ich mit dem Auto zu schnell in eine Kurve fahre....ist dann das Auto schuld?
2 Wenn ich mit dem Auto wwgen Aquaplaning einen Unfall habe, ist dann das Auto Sxhuld? Oder der FaHrer der nicht angepasst gefahren ist?
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon chrigelseg » 26.10.2016 23:33

Hallo Erich

Auch von mir die best möglichen Genesungswünsche an Deine Frau!
Ich habe gebannt mitgelesen.
Du schilderst ein plötzliches und unerwartetes Schlingern des Segway; im letzten Post vermutest du eine "Resonanz durch redundante Systeme".
Genau bei diesen Punkten sollten wir unsere Nachforschungen zum Unfallhergang beginnen.
Ich nehme mal an, dass dies die letzten Erfahrungen und Erinnerungen Deiner Frau während dem leider folgenschweren Sturz waren.

So ein Unfall ereignet oder entscheidet sich in Sekundenbruchteilen!
Ein Randstein, eine Rempelei des nachfolgenden Tourgastes oder eine technische Störung erfordern plötzlich und unerwartet von einem Segway-Fahranfänger die volle Beherrschung über ein Gerät, das der "Fun-Gast" eigentlich nur mal ausprobieren möchte.
Hut ab, vor dem, der das schafft!
Ich habe bei einer Störung nach 5000km Fahrerfahrung noch komplett falsch reagiert; glücklicherweise ohne Schaden.
Versuchen wir mal, die Fehlerquellen aufzusplitten:
1. Technische Störung
2. Mangelnde Einweisung durch Veranstalter
3. Bedienfehler in einer Notsituation

1. Die Technik eines Segway ist extrem auf Sicherheit für den Fahrer getrimmt! Die redundanten Systeme erkennen eine technische Fehlfunktion und leiten sofort Sicherheitsmassnahmen ein:
- sie reduzieren sofort die Geschwindigkeit
- sie übernehmen für 10 Sekunden die Funktion der ausgefallenen Baugruppe und WARNEN eindrücklich durch Schütteln am Leansteer und lautstarkem Piepsen :
Der Fahrer MUSS in der Warnzeit ZWINGEND und vor allem VOLLSTÄNDIG und von BEIDEN Fussmatten absteigen!!!!
Nach 10 Sekunden schaltet der Segway vollständig ab: Die Räder werden danach frei drehen können!! >Besonders wichtig (und lästig, falls die Sicherheitsabschaltung ausgerechnet in schiefem Gelände erfolgt ist.)
Die Segway-Technik überwacht ganz besonders, ob sich noch ein Fahrer auf dem Gerät befinden KÖNNTE! Dies geschieht über die vier Sensoren im Bereich der Fussmatten.
Was die "Technik" nicht erkennen kann: Ist die Taste noch durch einen urteils- und handlungsfähigen Fahrer gedrückt oder ist die Fahrererkennung nur aus Versehen noch gedrückt?
WICHTIG: Falls die Segwaytechnik noch einen Fahrgast auf dem Gerät vermuten muss,(aktivierte Trittschalter), setzt sie VOLLE 4 PS Motorenleistung ein, um den Fahrer dennoch zu balancieren versuchen!
Sobald alle Trittsensoren freigegeben sind, schaltet der Seg auf Begleitmodus um: extrem reduzierte Geschwindgkeit auf 3km/h und Abschaltung nach programmierter Zeit .
Du hast "Schlingern in der Lenkstange" erwähnt:
Die Lenkstange ist in Gummilagern senkrecht positioniert. Ein (natürlich doppelt ausgeführtes!) Potentiometer nimmt die Bewegungen auf und leitet sie an die Steuerung. Die Steuerung untersucht aber ständig diese beiden Potentiometer auf Plausibilität in allen Stellungen und über alle 6 sich ergebenden, bzw ausgegebenen Widerstandswerte bzw.Endpunkte.
Es gibt tatsächlich Fehler in diesen Sensoren. Sie bewirken schlimmstenfalls ein Ruckeln im Lenkgefühl, senden aber sofort eine Fehlermeldung an die Steuerung. Diese lässt ein Weiterfahren nicht mehr zu.
Es gäbe tatsächlich mögliche mechanische Störungen am Segway: Die mechanische Verbindung zwischen (dem elektr. mehrfach überwachten) Motor und dem Getriebe, dem Bereich der sog. Coupling und Elasto.
Nach einem Couplingbruch wäre ein Weiterfahren aber nicht mehr möglich.

Aber, bei der ganzen, bedauerlichen Schwere dieser Unfallfolge:
Bitte verstehe den Ausdruck "Fahrfehler" nicht als persönliche Beleidigung Deiner Frau!!
Können wir uns vorwurfslos auf den Begriff "Bedienfehler in einer Notsituation" einigen?
Zum Beispiel Verhalten nur wenige Zehntelsekunden (!!) nach der ungeklärten Ursache für die Notsituation:
Situation 1:
Deine Frau hat den Lenker losgelassen und ist möglichst sofort abgesprungen. Leider hat sie einen Fuss nicht rechtzeitig befreien können und er hat sich zwischen Schutzblech und Mittelkonsole verheddert. Bei einer anschliessenden Drehung des Segy wurde der Fuss verdreht, so dass es zum Bruch kam.
Situation 2:
Deine Frau hat aus Pflichtgefühl und um Schäden an Fahrzeug und Umgebung zu verhindern, verzweifelt versucht, mit einem abgestiegenen Bein und mit dem verbleibenden Bein auf einer Fussmatte verbleibend, die Situation irgendwie noch zu retten.
(Dies ist mir nach einigen tausend Kilometer genau so passiert und ich wollte mich vor Kollegen natürlich nicht blamieren :-( )
Die Folge war, dass sich jede Lenkerbewegung ungefiltert auf den Segway übertragen hat! Der Segway musste noch einen Fahrer vermuten und setzt wiederum seine vollen 4 PS Motorleistung ein, um den vermeindlich noch aufgestiegenen Fahrer vollständig in Balance zu behalten.
Bei beiden Situationen hätte der Lenker ins "Schlingern geraten" können, wie Du es beschreibst.
Bei Situation 1. womöglich rein durch die in Schwingung geratene Masse des Leansteer plus gefüllter Lenkertasche,
Bei Situation 2. durch Rettungsversuche und verzweifeltem Festhalten und Korrekturversuchen an und mit der Lenkstange.

Es ist selbstverständlich im Interesse aller Touranbieter, diese "annormale Schlingerbewegung am Leansteer" umfassend aufzuklären!
Bitte habe Verständnis, dass sie, auch in Unkenntnis der konkreten Begebenheiten, ihre jahrelangen Erfahrungen hier ausdrücken.
Ich möchte die technische Sicht verstehen und notfalls zu noch besserer Absicherung beitragen.

- "Mangelnde Einweisung?"
Das Thema darf ich als "ReparaturMensch" eigentlich nicht kommentieren. Nur so Viel:
Das Einweisungshandbuch von Segway.INC hat hunderte Seiten (pro Sprache!!) Kann ein "FUN-Tourteilnehmer" tatsächlich so lange zuhören und theoretisch nachvollziehen? und in Notsituation "richtig" reagieren, wenn sogar langjährige Nutzer falsch reagieren?
Falls tatsächlich ein solch umfassender Aufklärungsunterricht bei jedem Tourgast und für jede Notsituation zwingend notwendig würde und auch entsprechend mit absolvierter Prüfung dokumentiert und nachggewiesen werden muss, wären Segwaytourenqangebote in CH, DE komplett unmnöglich.
Softwarefehler:
Das gute daran: sie sind reproduzierbar! Gleiche Situation, gleiche Auswirkungen, weil systembedingt. Falls da Änderungen notwendig sind, wäre dies hoffentlich schon bei den vielen 100'000 Fahranfängern aufgefallen.
Physiklalische Grenzen bei nur einer Achse:
ANDERS als bei einem Fahrrad oder Motorrad mit zwei Achsen ist die Regelelektronik ultimativ auf Rückmeldungen vom Rad und dessen Fahrbahnhaftung angewiesen! Da geht es nicht, dass ein Fahrbahnkontakt "eben mal kurzfristig" ignoriert werden kann! Die Fahrzeugelektronik kann den Unterschied nicht erkennen, ob der mangelnde Fahrbahnkontakt über 1/10Sekunde oder gar noch 1 oder 5 Sekunden anhalten wird und in der Zeit jegliche Balancierversuche verunmöglicht!

Du wolltest vom Forum Erfahrungen und Statistiken. Die wären am klarsten von Versicherungen erhältlich, welche das Risikopotential durch Segways in freier Vermietung und innerhalb der Touranbieter schon aus Eigeninteresse sehr genau einschätzen und Prämien kalkulieren.
Die Erfahrungen der Forumsmitglieder, viele davon Touranbieter, basieren eben nicht auf dem 1 Promille Software- oder Technikversagen, welche beim Unfall Deiner Frau ebenso auch hätten Schuld sein können.
Aber ganz Gewiss sind alle Anbieter sehr froh, wenn die Risiken und auch Gefahren und Verhaltensregeln bei technischen Störungen umfassend an die "Fun-Erwartenden Fahranfänger" vermittelt werden könnten!
Sie sind hoffentlich in erwartungsvoller und entspannter Laune mit Kollegen, während sie sich den geschichtlichen Entstehungsweg von Segway und anschliessend die stundenlangen Warnhinweise des Guide anhören sollten.
Der Touranbieter muss einen Kompromiss finden, um allen Anforderungen nachkommen zu können. "Zuhören-Verpflichtung" und anschliessende Übung des Gelernten ist Standart der Einweisung, aber in der Notsituation konnte ich es selbst nach vielen km Fahrerfahrung nicht sofort umsetzen. (dennoch keinen Schaden erlitten)

Ehrlich gesagt halte ich eine solch 150%ige Einweisung bei Fahranfängergruppen für undurchführbar. Segway selbst schreibt bei Neugeräten einige Fahrkilometer Fahrerfahrung vor, bevor der Turtlemodus verlassen werden darf.
Wir müssen akzeptieren, dass ein Einachsiger Stehroller nur in Grenzen die physikalischen Gegebenheiten erkennen und nur automatisch darauf reagieren kann.

Grüsse vom Chrigel

Grundi
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 27.10.2016 14:34

An dieser Stelle muss ich jetzt mal meinen Unmut äußern.
Ich hoffe es wird nicht zu unsachlich und niemand fühlt sich auf den Schlips getreten. … aber es ist richtig wenn ein Rad festen Untergrund und das andere Matsch überfährt und das definitiv mit Anfängergeschwindigkeit wobei eigentlich der Guide die Geschwindigkeit vorgibt er fährt ja voraus. Hinter ihm meine Frau keinerlei Hinweis auf eine Gefahr.
Dann reagiert das Segway falsch, da es aus welchen Gründen auch immer die Spur nicht so hält wie es der Fahrer möchte nämlich geradeaus zu fahren.
Warum macht das Segway einen solchen Fehler der Lenker steht gerade sprich also auf geradeausfahrt.
Auf einmal dreht das Segway weg!
Hat die feine Elektronik nicht bemerkt links fest rechts matsch.
Warum kann die die Software dies innerhalb 10 ms nicht korrekt erkennen? Schlimmer noch es hat danach noch nicht einmal eine Routine das Segway sicher zum halten zu bringen.
Hallo das soll doch jetzt mal der Fahrer machen. Der hat mich darein gefahren soll er mal selbst schauen wie er da heil wieder raus kommt.
Ich finde absoluter Horror für jeden der in eine solche Situation kommt.
Gruß Erich

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 27.10.2016 14:53

Komisch das nur das Segway Deiner Frau diesen Fehler gemacht hat. Langsam wird es peinlich Erich.

Der einzige Horror sind Tourgäste wie Du. Durch Übermut, Dummheit oder was auch immer einen Unfall provozieren und dann allen die Schuld in die Schuhe schieben wollen. Nur nicht sich selbst.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon mathiegi » 27.10.2016 15:06

Ja Erich, du kannst den Fahrfehler nicht schön reden, wir alle fahren täglich Segway, das Gerät gibt es bald 20Jahre und noch kein Fall in dieser Art ohne ein falsches reagieren der Person auf dem Segway ist bekannt....
Also ich bin raus... Das bringt nix hier....
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 27.10.2016 15:10

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon SegFenn » 27.10.2016 18:28

Grundi hat geschrieben:Dann reagiert das Segway falsch, da es aus welchen Gründen auch immer die Spur nicht so hält wie es der Fahrer möchte nämlich geradeaus zu fahren.
Warum macht das Segway einen solchen Fehler der Lenker steht gerade sprich also auf geradeausfahrt.
Auf einmal dreht das Segway weg!

Die Angelegenheit ist m.E. etwas komplizierter: Ich glaube, der Segway hat entsprechend der Möglichkeiten alles richtig gemacht und wette, dass der Segway als Maschine in der Situation sogar weiter balancieren würde, wenn da nicht ein Mensch drauf stehen würde ...
Der Mensch ist die Störgröße, die Knochen zu filigran, die Reaktion zu lausig (reagiert eben nicht in 10ms).

Zur Sachlage:

Der Segway fährt dann geradeaus, wenn ein Gleichgewicht der Kräfte herrscht, dem Drehmoment beider Räder auch entsprechender Roll- und Haftwiderstand gegenüberstehen (die Masse der Räder ist eine Konstante). Die Räder sollten dabei gleichmäßig belastet sein; nicht durch das Fahrergewicht, sondern durch das dem Drehmoment entgegenstehende verzögernde Gegenmoment zum Boden. Ein Ungleichgewicht entsteht, wenn min. ein Rad den Bodenkontakt verliert. Der Regelkreis ist dann erheblich gestört, selbst wenn der Segway die Störung innert 10ms feststellt, reagieren UND die Störung korrigieren kann der Segway OHNE Bodenkontakt nicht mehr. Das ist, wie hier schon angedeutet wurde, physikalisch nahezu unmöglich.
An Geradeausfahrt ist dann nicht mehr zu denken, wenn der Bodenkontakt verloren wurde und / oder ein Rad schneller dreht als das andere - selbst wenn der Lenker geradesteht! Das muß jetzt noch nicht Sturz bedeuten, da der Segway - wäre kein Mensch auf der Plattform - meist weiterhin balanciert, also nicht umkippt. Allein der Mensch kann auf diese schnellen Richtungsänderungen nicht zeitnah reagieren, da dieser unmöglich so schnell sein Gewicht verlagern kann, um das Herabfallen von der Plattform zu verhindern.

Technisch läuft das ungefähr so ab: Die Prozessoren des Segway regeln die Motordrehzahl und das Drehmoment über die sog. PWM-Ansteuerung.

Bei Geradeausfahrt haben beide Motoren etwa den gleichen Grad der Ansteuerung, z.B. PWM = 40%. Diese Ansteuerung hat bei einer spezifischen Belastung einen dem entsprechenden Motorstrom und Drehzahl zur Folge - beides wird natürlich permanent vom Segway überwacht.
Hierzu zwei Extrembeispiele für 40% PWM: Ein unbelasteter Motor dreht sehr hoch, benötigt aber kaum Strom. Ein blockierter Motor dagegen zieht den Maximalstrom, dreht aber kein Stück durch. Der Betriebsfall unserer Segways sollte also in der Mitte dieser beiden Extreme liegen - die Übergangsbereiche Anfahren und Bremsen dabei der Einfachheit halber unbetrachtet.

Was könnte nun beim Unfall passiert sein?

Beim Fahren über Matsch (oder Glatteis, Wurzel, o.ä.) verliert ein Rad den nötigen Bodenkontakt, während das andere Rad weiterdreht. Der Segway könnte so von der Geradeausfahrt in eine Kreisbahn zum Matsch hin übergehen. Dabei erhöht bei gleicher PWM das haftungsverlustige Rad die Drehzahl, da die Belastung (das haltende Gegenmoment) wegfällt. Bei Wiedererlangen vom Bodenkontakt könnte jetzt das zu schnell drehende Rad den Segway spontan um die Hochachse drehen - spätestens jetzt dürfte der Fahrer / die Fahrerin von der Plattform fallen ...

Ich möchte das anhand von Anschauungsmaterial belegen.

Im folgenden Lehr-Video "Wie man es NICHT machen sollte" ist ab Min. 3:18 der oben beschriebene Ablauf deutlich zu sehen: Das linke Rad des X2 verliert den Grip, tourt auf - und dreht den X2 spontan um die Hochachse, sowie es wieder ausreichend Bodenkontakt hat. Das der Fahrer beim Herunterfallen den Lenker nach rechts verzieht ist dabei die Folge, nicht die Ursache.
Übrigens deutlich zu sehen: Der X2 selbst fällt nicht um sondern balanciert weiter - hat also scheinbar alles richtig gemacht ...
(Tipp: Video mit max. Auflösung und in Leitlupe ansehen):

https://www.youtube.com/watch?v=bpEcI1Ak4MI

Hexe hat geschrieben:Der einzige Horror sind Tourgäste wie Du. Durch Übermut, Dummheit oder was auch immer einen Unfall provozieren und dann allen die Schuld in die Schuhe schieben wollen. Nur nicht sich selbst.

Diese Einschätzung teile ich nicht!
Ich glaube kaum, dass die verletzte Frau den Unfall absichtlich herbeigeführt hat.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon chrigelseg » 27.10.2016 20:27

entweder die Gefahrenstelle korrekt umfahren,
oder eben korrekt und vollständig Absteigen geht so:


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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon spiagei » 27.10.2016 22:39

Hallo Erich,

wie mathiegi schon sxhreibt, bringt das hier nix mehr. Ich bin ebenso raus.
Wie du vielleicht in den Videos erkennst passieren öfters solche Unfälle aber das liegt an der Physik und die kann halt auch ein Segway nicht ausschalten. Da hilft nur angepasstes und konzentriertes Fahren.
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon chrigelseg » 27.10.2016 23:42

Lieber Erich

Ich kann Deinen Unmut und die Verzweiflung über den Unfall verstehen, aber Deine Wünsche nach Korrekturmöglichkeiten sind rein physikalisch nicht möglich.
(Mein Schlips hängt sicher im Schrank ;-)

Grundi hat geschrieben:An dieser Stelle muss ich jetzt mal meinen Unmut äußern.
...
Dann reagiert das Segway falsch, da es aus welchen Gründen auch immer die Spur nicht so hält wie es der Fahrer möchte nämlich geradeaus zu fahren.
Warum macht das Segway einen solchen Fehler der Lenker steht gerade sprich also auf geradeausfahrt.
Auf einmal dreht das Segway weg!
Hat die feine Elektronik nicht bemerkt links fest rechts matsch.
Warum kann die die Software dies innerhalb 10 ms nicht korrekt erkennen? Schlimmer noch es hat danach noch nicht einmal eine Routine das Segway sicher zum halten zu bringen.
Hallo das soll doch jetzt mal der Fahrer machen. Der hat mich darein gefahren soll er mal selbst schauen wie er da heil wieder raus kommt.
...


Der Segway soll also die SPUR und die Fahrtrichtung beibehalten!?
Erste Frage: - wie erkennt der Segway die gewünschte Fahrtrichtung?
Zweite Frage: - mit welchen elektrisch gesteuerten, aber mechanisch wirkenden Mitteln soll er die Fahrtrichtung mit nur noch einem Rad regeln, kontrollieren und vor allem steuern können?

Erste Frage wäre schon fast leicht zu beantworten:
- Die vergangene Fahrtrichtung könnte mit Kompasss oder den zahlreich verbauten Gyros elektronisch rekonstruiert werden und für den Störfall ausgewertet werden
- Der Segway folgt mit GPS oder einem Funksensor einfach dem Guide....

Zwischenfrage 1: "mit einem Rad?" Ja, aber:
Die elektrischen Einräder beweisen, dass man die Balance (vor / zurück) auch mit einem Einrad elektronisch regulieren kann; (Segwayprinzip)
Sie können aber nicht seitlich balancieren (womit auch??) und können die Fahrtrichtung nicht regeln (womit auch?)
Schräglagen: auch da muss der Fahrer lenken!

Also Zwischenfrage 2: "auf einer Kugel balancieren?" Ja, aber:
Auch diese Variante gibt es in "selbstbalancierender Ausführung" schon.
Aber die Fahrkugel wird dabei in verschiedene Richtungen angetrieben, also auch seitlich, und ermöglicht nur so eine geregelte Balance in alle Richtungen, sogar bei Schräglagen.

Bleiben wir beim Segway als Einachser:
- Schräglagen werden (nur beim Segway) erkannt und in klar bemessenem Spielraum wird auch die Stellung der Lenkstange so kompensiert, dass sie immer senkrecht steht. Liegt der Segway extrem schief in der Landschaft, wird ein fehlender Fahrer vermutet und der Seg geht auf Störung mit anschliessender Sicherheitsabschaltung.
- weitere Seitliche Balance wird nicht benötigt, weil ja ein zweites Rad auf der gleichen Achse liegt.

Tatsache ist, dass ein leer drehendes Rad (wegen Matsch oder sonstigem Traktionsverlust) für die Lenkung absolut unnutzbar und unwirksam ist!!
Es bleibt also nur noch ein wirksames Rad zur Ansteuerung! In diesem Störfall ist es aber absolut ungünstig einseitig platziert, um ganz alleine eine Spurtreue aufrecht zu erhalten.
Es gibt bei diesem "Einachs-Zwei Räder"-Konzept selbst für die intelligenteste Steuerung keine Möglichkeit, über die SPURTREUE oder Fahrtrichtung zu entscheiden oder sie beeinflussen oder gar korrigieren zu können!
Womit auch?? In welcher Referenz zu was ??

Welche mechanisch wirkenden Mittel sollen denn auf einem einzigen Rad angesteuert werden, um die Fahrtrichtung zu bestimmen?

Erste Idee: die Fliehkraft! Wenn das einzig verbleibend wirksame Rad eine grosse Masse hätte und wie ein Schwungrad wirken würde, gäbe dies eine Referenz für die Spurtreue.
- Schlepprad: die Lenkung würde sich an einer Schleppachse orientieren und damit die Fahrtrichtung regeln können
- Seitenleitwerk wie beim Flugzeug: der Luftstrom ergäbe eine nutzbare Gegenkraft, um das Gerät zu lenken.

Andere Betrachtungsweise:
- Was passiert bei einem Fahrrad, wenn in einer Kurve plötzlich das Hinterrad den Bodenkontakt verliert? "Der Fahrer möchte aber geradeaus fahren" !
- Was passiert bei einem Fussgänger, wenn plötzlich ein Bein oder Fuss nicht mehr nutzbar ist? Er fällt hin, weil er überrascht wurde.

Als Forumsteilnehmer und privater Segwaynutzer bin ich sehr froh über Berichte, welche klar einen Missstand beschreiben könn(t)en!
Auch wir wünschen bei jeder Meldung, dass sie eine umfassende Prüfung beim Hersteller und bei den Touranbietern durchläuft.

Grüsse vom Chrigel

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 28.10.2016 11:36

Gut für einen großen Teil des Forums ist es eindeutig, daß meine Frau den Sturz selbst verursacht und verschuldet hat. Für den Veranstalter ist damit auch alles erledigt und die Welt wieder in Ordnung.
Damit besteht auch überhaupt keine Veranlassung andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Das ist doch nur der krampfhafte Versuch irgend jemand anderen dafür Verantwortlich zu machen.
Ich sehe endlich ein der Störfaktor steht immer drauf und dieser ist immer selbst schuld.
Ein solches Verhalten drückt natürlich auch die Versicherungsprämie wenn ich sogar aus weiter Ferne ohne dabei gewesen zu sein sagen kann es war definitiv ein Fahrfehler der zum Sturz führte sieh das doch endlich ein.
Etwas mehr Überzeugungsarbeit des Veranstalters, daß es halt doch ein Fahrfehler gewesen ist sollte vor Ort geklärt werden. Einfach mehr Transparenz schau her ich hab alles getan so etwas zu verhindern und sich nicht einfach hinter der Aussage Fahrfehler zu verstecken.
Großen Dank nochmals ans Forum für die konstruktiven Beiträge. Ich hoffe daß daraus doch einige Denkanstöße für die Veranstalter generiert wurden.
Noch ein kleiner Tipp warum hat der Guide keine Aktion Cam am Helm natürlich auf die Tour Teilnehmer gerichtet.? Oder das Segway hat schon eine an Bord wäre doch schick.
Grüße Erich

Grundi
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 28.10.2016 11:44

Noch eine Ergänzung es ist wie beim PC das Problem sitzt immer davor.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon spiagei » 28.10.2016 14:02

:mrgreen: DAs ist richtig :mrgreen:

Aber für dich zur Info. Wir haben deine Anregungen aufgenommen und setzen davon ja sowieso schon das meiste um. Und ja nach jedem Sturz wird dieser von mir mit dem Gast analysiert und deswegen hat bis jetzt auch jeder erkannt, das er das Segway nicht "sachgemäß" gesteuert hat.
Aber Segway gleiten ist auch immer ein kleines Abenteuer und dann kann man nicht alles ausschließen.

PS: Hatte das mit der Kamera mal versucht, aber erstens hält der Akku nicht den ganzen Tag und wenn zwischen dem Guide und dem stürzenden Gast einer dazwischen ist, sieht man leider nix mehr. Und oft hat man ja 8-10 Gäste und mehr. Aber für die Analyse brauche ich keine Kamera. Das ging bislang immer so.
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 28.10.2016 15:48

Na klar, eine Action Cam am Helm. Am besten noch für jeden Tourgast ein extra Guide mit Cam.
Oder besser noch zur Beobachtung ein paar Satelliten ins All jagen. Nur weil 0,0001% aller Fahrer einen Unfall bauen und dann nicht mal die Eier haben zuzugeben das sie selbst Schuld sind. Du wunderst Dich das der Veranstalter in Deinen Augen unkooperativ ist? Ich hätte Euch erst gar nicht mitgenommen. Nur der Veranstalter tut mir in diesem Fall leid.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Gawrisch » 30.10.2016 20:28

Mein letzter Sturz ist zwar schon ne Weile her, verlief aber so :
Radweg, Bewässerungsanlage eines Feldes; ein Fahrer(ich), der noch schnell durchfahren wollte, bevor der nächste "Regenschauer" der Bewässerungsanlage den Weg und mich "bewässert".
Ich beschleunigte. Das linke Rad kam in eine matschige Pfütze, ist durchgedreht und der Segway ist nach links abgehauen. Mich hat es böse hingelegt. Tja, hätte ich nur mal auf den Weg geschaut. Beim Beschleunigen reicht auch nur ein klein wenig Sand. Verhält sich halt mal ähnlich wie beim Fahrrad, wenn man versucht zu lenken und es befindet sich Sand auf dem Weg. Seitdem habe ich ein Erste-Hilfe-Set dabei.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 31.10.2016 14:56

Hallo Forum, eigentlich ist ja alles schon gesagt aber eine technische Frage lässt mich nicht zur Ruhe kommen.
Bei unterschiedlichem Bodenkontakt ist eine geradeausfahrt nicht mehr möglich Physik bedingt. Ab jetzt beginnt mein Unverständnis. Warum : das rechte Rad hat mit einer gewissen PVM Ansteuerung und entsprechendem Gegenmoment eine Drehzahl = X. Am linken Rad entsteht durch fehlendes Gegenmoment bei gleicher PVM Ansteuerung eine höhere Drehzahl.
Jetzt muss doch unverzüglich eine Safety Phase eingeleitet werden d.h. Geschwindigkeit drastisch reduzieren und sehr wichtig das linke Rad auf die gleiche reduzierte Drehzahl wie das rechte Rad bringen. ( auch ohne Bodenkontakt)
Ist diese Überlegung zu naiv wenn ja warum

Grüße Erich

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Bergkamen » 31.10.2016 19:30

Du stehst nach vorn geneigt auf dem Segway, der schiebt dich im Gleichgewicht nach vorne.
Jetzt dreht ein Rad durch, die Leistung ist weg, er kann dich nicht mehr balancieren. Jetzt noch die Leistung am anderen Rad wegnehmen und du liegst sofort auf der Nase.
Nimm einen Bleistift in die Hand und balancier ihn mit der Spitze auf deiner Hand...

Nur am Rande, der Segway bewegt sich im Grenzbereich des physikalisch Möglichen, ein wegfallen einer Voraussetzung um diesen Grenzbereich einhalten zu können führt direkt auf die Nase. Dieses sollte man sich zu Herzen nehmen, es ist halt kein Auto.

Bin selbst über 1000km mit eigenem Seg gefahren, manchen Stunt gedreht, rutschigen Untergrund erlebt und noch ein paar Erfahrungen gesammelt, aber alles ohne Sturz!

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon SegFenn » 06.11.2016 00:04

Grundi hat geschrieben:Hallo Forum, eigentlich ist ja alles schon gesagt aber eine technische Frage lässt mich nicht zur Ruhe kommen.
Bei unterschiedlichem Bodenkontakt ist eine geradeausfahrt nicht mehr möglich Physik bedingt. Ab jetzt beginnt mein Unverständnis. Warum : das rechte Rad hat mit einer gewissen PVM Ansteuerung und entsprechendem Gegenmoment eine Drehzahl = X. Am linken Rad entsteht durch fehlendes Gegenmoment bei gleicher PVM Ansteuerung eine höhere Drehzahl.
Jetzt muss doch unverzüglich eine Safety Phase eingeleitet werden d.h. Geschwindigkeit drastisch reduzieren und sehr wichtig das linke Rad auf die gleiche reduzierte Drehzahl wie das rechte Rad bringen. ( auch ohne Bodenkontakt)
Ist diese Überlegung zu naiv wenn ja warum

Naiv ist die Überlegung nicht, geht aber m.E. über das technisch Machbare hinaus.
Der Segway merkt sehr schnell das sein Regelkreis gestört ist, da ein durchdrehendes Rad zeitgleich den Motorstrom verringert und dabei Drehzahl aufbaut - unter Belastung unmöglich. Falls es hier nicht zum Sturz kommt, der Segway also weiter das Gleichgewicht hält, tritt ein Problem auf sowie das zu schnell drehende Rad die Haftung wiedererlangt: Die jetzt höhere Energiemenge des Rades wird bei Bodenkontakt abgegeben, bis die Drehzahl wieder stimmt - der Segway fährt die überraschende Kreisbahn...

Aber: Der umgekehrte Fall (der Vorschlag von Grundi), beim Durchdrehen "bremst" der Segway das zu schnell drehende Rad auf gleiche Drehzahl ab, führt mit erneutem Bodenkontakt ebenfalls zu einem (möglicherweise größerem) Problem: Das Rad wird sofort verzögert, ist also kraftlos und müsste mit einem großen Stromimpuls auf die korrekte Drehzahl beschleunigt werden. Auch hier müsste sich der Regelkreis impulsartig wieder einschwingen, was ebenfalls mit einer unerwarteten Reaktion des Segways verbunden sein dürfte.

Ich stelle mal zur Segway-Fahrdynamik folgende Vermutung zur Diskussion:

1) Ein Rad lässt sich schneller bremsen als beschleunigen, die Rad-Drehzahl kann also schneller abgebaut als aufgebaut werden.

2) Beim durchdrehenden Rad wird der Modulationsgrad (PWM) zur Überbrückung beibehalten, weil dieser dem Motorstrom unter Last der zuletzt bekannten Fahrsituation entspricht.

3) Die Reaktion des Segways ist umso heftiger, je länger die Bodenhaftung verloren wurde.

4) Die 10s-Sicherheitsabschaltung (Safety Phase) mit nur einem Rad einzuleiten ist nahezu unmöglich.

5) Bei Verlust der Bodenhaftung kann der Segway bis zu einem gewissen Grad zwar das Gleichgewicht halten, aber dabei nicht weiter geradeaus fahren.

6) Ein abtourendes Rad VERSTÄRKT (bei Bodenkontakt) die durch Verlust der Bodenhaftung eingeleitete Kreisbahn, während ein auftourendes Rad bei Bodenkontakt dem entgegenwirkt.

Gerade letzterer Punkt scheint mir entscheidend zu sein, da ich davon ausgehe, dass Fa. Segway zur "Fahrdynamik in Grenzsituationen" eigene Versuche gemacht haben wird. Möglicherweise besteht beim Verstärken der Kreisbahn (abtourendes Rad erlangt wieder Bodenkontakt) eher die Möglichkeit von der Plattform herunterzufallen, als im umgekehrten Fall.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon ohjesus66 » 07.11.2016 21:28

... langsam bewegen sich die Beiträge in technisch anspruchsvolle Bereiche, in denen uns genauere Kenntnisse der Seg-Funktionen fehlen und manchem die physikalischen bzw. fahr-dynamisch-physikalischen Kenntnisse nicht ausreichend genug bekannt sind. Daher bekomme ich zunehmend in dieser Diskussion ein ungutes Gefühl und denke die technischen Spekulationen sollten beendet werden.
Das klinkt jetzt wahrscheinlich etwas arrogant, so ist es nicht gemeint. Es wird aber viel zu viel spekulativ über die Regelsoftware geschrieben. Das bringt nichts, das schadet nur, weil das dann sonnst noch jemand als korrekt bzw. gesichert ernst nimmt und daraus ein Problem generiert.

Meine Erfahrung nach 2000 km, die zum Teil abenteuerlich waren, z.B. an einer feuchten schrägen Lehmfläche steil bergauf mit 2 durchdrehenden Rädern diagonal rutschend über rund 4 m und 20 s mit langsamen Fahren, bis ein Rad plötzlich Grip verlor, hochdrehte, ich war gefasst und hatte mit einem, dann zwei Füßen schnell Halt auf dem Weg und Seg schaltete sofort ab. Ich war erstaunt, dass das überhaupt über mehrere Meter funktionierte.
Situationen bei schneller Fahrt mit einem Rad durch Matsch hatte ich auch. Dort kommen mehrere Effekte zusammen und ich hatte auch schon wilde Manöver, die bisher gut gingen. Allerdings fahre ich hier nun langsamer, da der Seg hier nicht alle Situationen (in Kombination mit Fahrerverhalten) meistern kann. Ich kann nur allen empfehlen in solchen Situationen mehr Zurückhaltung.

Ich will sagen:
Der Seg kann schon sehr viel, ist aber nicht narrensicher bei 20 km/h in jedem Terrain! Mit schnelleren Steuergeräten und viel Entwicklungsaufwand kriegt man das technisch vielleicht noch besser hin, aber wer bezahlt das...

Jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als gewollt - Schluss aus!

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 19.11.2016 19:29

Verweis auf Rollenpumper 10.07.2014 b.z.w. cat vom 11.07.2014
Von der Technik zum Rechtlichen. Frage was läuft falsch, wenn die Polizei vor Ort ist und im Verkehrsunfallbericht steht „Am Segway konnten vor Ort keine technischen Mängel festgestellt werden.“ Ich frage mich wie ein Polizeibeamter eine solche einschlägige Feststellung treffen kann? Dies war bislang für uns von keinerlei Bedeutung rechtlich wie es sich jetzt herausstellt allerdings sehr bedeutend ist.
Auch wenn es jetzt für große Empörung sorgen wird sind die Tourgides offensichtlich dazu gehalten obwohl sie vorausfahren also im unserem Fall nichts gesehen haben können aber keinen Hinweis auf eine Gefahr gaben als Aussage zu Protokoll geben „es muß ein Fahrfehler gewesen sein“ .
Zitat von cat 11.07.2014

Es ist hier wirklich zum erbrechen, wie alles um den Segway herum schön geredet wird, nur nichts eingestehen nur nicht zugeben, es könnte ja sein dass es doch nicht so toll ist wie einem hier weiß gemacht werden soll.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon spiagei » 20.11.2016 19:46

Und es könnte ja auch genauso sein, das deine Frau vielleicht doch keine so gute Fahrerin ist, wie du uns weißmachen willst.

Das jedem Fahrzeug physikalische Grenzen gesetzt sind, ist logisch und wenn man diese überschreitet passiert halt was. Wenn du mit dem Auto zu schnell in eine Kurve fährst und rausfliegst ist dann das Auto schuld?
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 21.11.2016 09:27

Wenn Ihr bei der Einweisung auch schon so unbelehrbar wart, wundert mich gar nichts :-)

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 15.12.2016 11:06

Zwischenbericht an das Forum mit einer Erfolgsmeldung an „Hexe“ es ist faktisch nicht möglich einem Tour Veranstalter ein Verschulden nachzuweisen. Es müssen nur vier Dinge behauptet werden.
1.) Es hat eine 20 – 30 min. Einweisung stattgefunden.
2.) Im Haftungsausschluss wurden weitere Sicherheitsregeln unterschrieben.
3.) Das Segway war nach dem Sturz wieder fahrbereit.
4.) Der Sturz kann nur durch einen Fahrfehler erfolgt sein.
Diese vier „Behauptungen“ reichen aus um einen Veranstalter schuldenfrei zu stellen. Wie gesagt das muss nur behauptet werden! Die Krone an der ganzen Angelegenheit ist die Aussage des Polizeihaptkommissars der so bei der Unfallaufnahme Zitat „das Segway habe ich nach dem Unfall in Augenschein genommen. Offensichtliche Defekte an dem Fahrzeug die ursächlich für den Sturz hätten sein können konnte ich nicht feststellen“ Zitat ende. Damit ist zweifelsfrei festgestellt hier ist nichts und war nichts. Ich bin der Meinung das kann nicht im Sinne aller Veranstalter sein. Ansonsten würde ich allen die einen Gutschein für eine Segway Tour geschenkt bekommen (wie meine Frau) dringend davon abraten diesen einzulösen.
Grüße Erich

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Bergkamen » 15.12.2016 13:37

Oh Mensch Erich,
1.) Denk doch mal darüber nach ob es nicht doch einfach nur ein Fahrfehler war.
2.) Die Meinung eines Polizisten ist doch gar nicht relevant. Geh mit der Angelegenheit vor Gericht, lass ein gerichtliches Gutachten anfertigen und am Ende entscheidet der Richter. Das ganze bis zum BGH
Frohe Weihnachten,
von jemanden der schon viele Fahrten mit einem Segway hinter sich hat.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon spiagei » 15.12.2016 23:00

Erich nun is aber gut.

Jeder von uns ist schon mit dem Segway gestürzt. Auch wir Vollprofis. Und jeder von uns gibt einen Fahrfehler zu. Ausnahmslos.
Warum sollte deine Frau als Fahranfängerin besser fahren als wir?

Es war zu 99,999999999999% ihr Fahrfehler

Admin. Thread kann geschlossen werden.
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 16.12.2016 09:19

Erich scheint mir ein verbitterter Mensch zu sein der mit seinem Leben nicht zurecht kommt. Wenn Du Dir eigenes Unvermögen von unschuldigen hart arbeitenden Tourenanbietern bezahlen lassen möchtest, dann gehe doch vor Gericht. Oder fehlen Dir dazu die Eier? Aber höre auf hier Segways schlecht zu reden und wie ein Kleinkind zu jammern. Ist ja widerlich.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Fliegentod » 17.12.2016 16:18

kollegen, mal locker bleiben - keine persönlichen anfeindungen.

erich, der schupo spricht doch von "offensichtlichen" mängeln, die er nicht findet (z.b. radmutter lose, lenkstange schief, reifen platt o.ä.) - d.h. ja nicht, dass der roller nicht evtl. andere mängel gehabt haben KÖNNTE.
das findest du in der tat allerdings nur durch ein technisch sehr aufwändiges gutachten heraus. in wie fern dass nun, zig wochen nach dem unfall, noch möglich wäre, sei mal dahingestellt. hättet ihr evtl. sofort anleiern müssen: polizeilich sicherstellen usw., aber da denkt man natürlich in der situation nicht dran...

aus der täglichen tourpraxis kann ich dir aber versichern: wenn der segway direkt nach dem sturz funktioniert hat und es bis heute tut, war er soweit "ok"!

ja, es ist wirklich schwer bis unmöglich, dem veranstalter hier irgendeine schuld zu geben. aber warum auch???
ich hab dir weiter oben schon mal was dazu geschrieben: wenn ihr eine vernünftige einweisung bekommen habt und der segway (siehe oben) "ok" war - die tatsache, dass ihr schon einige kilometer zurückgelegt hattet, spricht ja auch dafür - dann war es wahrscheinlich wirklich einfach ein fahrfehler und somit schlicht ihre eigene schuld. shit happens!

sie es mal bitte auch mal andersherum: was bitte sollte denn ein touranbieter außer stellung einwandfreien materials, ordentlicher einweisung und aufpassen während der tour deiner meinung nach noch alles leisten?
du wirst dich selbst bei keiner aktivität von irgendeinem veranstalter zu 100% von eigener verantwortung frei stehlen können!

selbst bei einem (theoretisch ziemlich ungefährlichen) malkurs könntest du dir mit dem bleistift immer noch ein auge ausstechen.
erwartest du deswegen vom kursleiter nun ernsthaft, dass er dich darauf hinweist, dir nicht mit dem bleistift ins auge zu stechen???


auf die WESENTLICHEN gefahrenpunkte des segwayfahrens, also auf die, die du als anfänger nicht einschätzen konntest, bist du beim training wahrscheinlich hingewiesen worden. das denken an ALLE theoretisch möglichen gefahren kann dir keiner abnehmen.

tipp: lass es gut sein.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon MaJu » 19.12.2016 10:57

Hallo Erich,

auch ich hatte mit meinem Segway schon 2 Stürze. 1x habe ich Glatteis übersehen und 1x bin ich zu schnell über sehr tief liegende Straßenbahnschienen gefahren. Insbesondere der zweite Sturz war sehr schmerzhaft - dennoch weiß ich, dass ICH den Fehler gemacht habe. Die hervorstehenden Kanten führten dazu, dass der Segway den Bodenkontakt verloren hat.

Und aus eigener Erfahrung: Man kann Gästen noch so viel erzählen - die Ignoranz ist erschreckend! Nachdem bei mir zu Beginn immer wieder Gäste Probleme mit dem Absteigen hatten, lasse ich sie nicht mehr alleine absteigen, sondern halte bei jedem einzelnen den Segway fest. "Es ist keine Bitte, sondern eine Anweisung!" wird trotzdem immer wieder ignoriert. Und auch wenn ich vorher das Absteigen und die möglichen Fehler zeige, wird es immer wieder kritisch wenn die Gäste es selbst versuchen.
Wenn solche Standard-Dinge schon ignoriert werden, wie soll man dann umfassendes Wissen für alle (!) Notsituationen vermitteln? (Mal ganz abgesehen von der Zeit, die dafür notwendig wäre)

Segways sind Kraftfahrzeuge. Nicht ohne Grund benötigt man in Deutschland zum Fahren eines Segway einen Führerschein (bzw. die Mofa-Prüfbescheinigung). JEDER der einen Führerschein hat, hat garantiert in der Fahrschule gelehrt bekommen, IMMER mit voller Aufmerksamkeit zu fahren. Warum sollen Segways davon ausgenommen sein, auch wenn sie vorrangig zum Spaß gefahren werden? (Motorräder werden übrigens auch zu großen Teilen nur zum Spaß gefahren - würdest Du hier auch sagen, dass man sich dabei nicht auf die Straße konzentrieren muss?)
Und obwohl die Fahrschule über dutzende Theorie- und Fahrstunden geht: können dabei ALLE Notsituationen geschult werden? Ganz sicher nicht!

Der Guide gibt das Tempo vor? Ganz sicher nicht! Das Tempo muss jeder für sich selbst bestimmen! Jeder kann nur so schnell fahren, wie er das Fahrzeug sicher beherrscht - egal welches Fahrzeug! Wenn ich der Meinung bin, ich kann mein Auto auf der Autobahn bei einem Tempo von mehr als 120 km/h nicht sicher beherrschen, dann sollte ich tunlichst nicht schneller fahren - auch wenn das Fahrzeuge das doppelte Tempo könnte! Auch, wenn die hinter mir drängeln und Lichthupe geben.
Ich selbst sage das auf den ersten Metern meiner Tour zumindest auch immer meinen Gästen: "Fahrt niemals schneller als ihr Euch sicher fühlt!". Als Guide schaut man ohnehin immer wieder nach hinten - und muss dann sein Tempo an die Gäste anpassen. Niemals andersrum. Alle Guides wollen ihre Segways wiederhaben - da wird keiner davonfahren weil er zu schnell ist.

Du möchtest mit dem Veranstalter einen Vor-Ort-Termin durchführen, um die Unfallursache herauszufinden? Was erhoffst du Dir davon? Weißt Du wo exakt (!!!) die unfallauslösende Stelle war? Liegen alle Steine, alle rutschigen Blätter etc. noch an der identischen Stelle? Das wäre selbst unmittelbar nach dem Unfall schon nicht mehr so. Denn zwischen Unfallursache, aufschaukeln und dem Sturz vergehen oftmals etliche Meter.

Was ich bisher nicht finden konnte: Wie war denn das Wetter? War der Boden teilweise matschig? Waren nasse (und damit rutschige) Blätter auf dem Weg? Eicheln, Kastanien oder anderes Zeug?
Wenn es wirklich ein breiter freier Asphaltweg war, auf dem auch nicht am Rand gefahren wurde: ist deine Frau neben jemandem gefahren, den sie vielleicht gestriffen hat? Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Nähe, die deine Frau abgelenkt haben können? Hat sie vielleicht etwas in der Umgebung (einen Baum in tollsten Herbstfarben o.ä.) angeschaut und war dadurch abgelenkt? Das wirst weder Du noch deine Frau sicher beantworten können.
Hier passt der Vergleich mit einem einzelnen Baum in steilen Straßenkurven: Einige lassen sich vom Baum ablenken und schauen in seine Richtung, damit lenken sie auch in diese Richtung statt der Straße zu folgen. Wie das ausgeht ist bekannt. Dennoch ist weder der Baum, noch das Auto schuld. Auch nicht der Autovermieter, von dem man das Auto geliehen hat.
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Grundi » 21.01.2017 19:13

Hallo Forum nach reichlichem Nachdenken und weiterer Recherchen ist es wie in meinem letzten Beitrag schon gesagt vor Gericht etwas zu erreichen völlig unmöglich.
An dieser Stelle muss aber ganz klar gesagt werden ein Tour Veranstalter der nicht vor Beginn der Tour darauf hinweist dass bei einem Sturz immer ein Bedien / Fahrfehler und somit ein Selbstverschulden vorliegt handelt fahrlässig.
Dies kann auch ein objektiver Betrachter nicht in Frage stellen.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon MaJu » 21.01.2017 20:13

Das kann man nicht in Frage stellen? Segways sind Kraftfahrzeuge, die entsprechende Vorsicht benötigen.

Bei einem PKW-mieten hat mir auch noch nie jemand gesagt das es gefährlich werden kann wenn ich zu blöd zum Fahren bin.
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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Hexe » 22.01.2017 15:09

Grundi hat geschrieben:Hallo Forum nach reichlichem Nachdenken und weiterer Recherchen ist es wie in meinem letzten Beitrag schon gesagt vor Gericht etwas zu erreichen völlig unmöglich.
An dieser Stelle muss aber ganz klar gesagt werden ein Tour Veranstalter der nicht vor Beginn der Tour darauf hinweist dass bei einem Sturz immer ein Bedien / Fahrfehler und somit ein Selbstverschulden vorliegt handelt fahrlässig.
Dies kann auch ein objektiver Betrachter nicht in Frage stellen.


Vielleicht sollte man sich als Tourenanbieter vor Tourenstart auch bescheinigen lassen das der Teilnehmer mindestens über einen mittelmäßigen Sonderschulabschluss verfügt.

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon mathiegi » 22.01.2017 16:12

Lieber Admin, kann man dieses Thema nicht einfach schliessen, es ist so sinnlos und unnötig...
Es kommt schon lange nichts mehr konstruktives... nun wird es nur noch verletzend und beleidigend...
Liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Fliegentod » 23.01.2017 07:42

Grundi hat geschrieben:...dass bei einem Sturz immer ein Bedien / Fahrfehler und somit ein Selbstverschulden vorliegt...



ist das nicht auch bei anderen fahrzeugen der fall???

wenn man von technischen defekten á la reifenplatzer o.ä. absieht, hat bei einem unfall ohne "fremdkontakt" doch grundsätzlich der fahrer "schuld"!

das auto fährt ja nicht von allein in den graben oder an die laterne...

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Re: Unfall mit Segway

Beitragvon Gawrisch » 26.01.2017 11:05

Thema geschlossen.


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